Der Tag, an dem Geld kompliziert wurde…

Wann haben wir eigentlich angefangen, so eine komplizierte Beziehung zu Geld zu entwickeln?

Immer wieder höre ich von meinen Kunden, wie befangen sie beim Thema Geld sind wie sehr sie sich dadurch belastet fühlen und wie gerne sie „das alles“ einfach aus ihrem Leben verbannen würden.

Dabei fing doch alles mal richtig wundervoll und leicht an!

Kannst Du Dich noch an Dein erstes Taschengeld erinnern? Wie stolz Du warst, mit dieser wunderschönen, verheißungsvollen, glänzenden Münze in Deiner kleinen Hand? Wie erwachsen und besonders Du Dich gefühlt hast? Wie Du gestrahlt hast, angesichts der unbegrenzten Möglichkeiten, die sich Dir plötzlich eröffnet haben? Da war die Welt mehr als in Ordnung mit Dir und Deinem Geld. Der Beginn einer wundervollen Freundschaft!

Intuitiv wusstest Du, was zu tun ist. Du würdest gut aufpassen auf Deinen Schatz. Und genau überlegen, was Du damit anstellst. Was wäre Dir wichtig? Was würde Dir Freude machen? Das waren Deine beherrschenden Gedanken. Es ging um Dich. Vielleicht auch noch, wie Du sicherstellen könntest, dass Dein Bruder, Deine Schwester oder Deine Cousins sich nicht einfach ungebeten daran bedienen?

Hättest Du Dich darauf eingelassen, was andere wichtig fanden? Was Deine Freunde und Geschwister mit ihrem Taschengeld tun? Nein. Dir war sonnenklar, was gut für Dich ist! Selbst wenn alle anderen Brausestangen kauften. Du würdest Dich trotzdem für Lakritzschnecken oder Gummischlangen entschieden. Weil Du sie willst, weil sie Dir ein Lächeln ins Gesicht zaubern!

Und wie Du so dastandst, lächelnd, glückselig, im Einklang mit Dir und Deinem Geld … ja, da ging es dann auch schon los mit den Spaßbremsen… Natürlich hatten unsere Eltern und die anderen Erwachsenen nur das Beste für uns im Sinn, als sie uns im „verantwortungsvollen Umgang“ mit unserem Taschengeld unterwiesen.

Trotzdem bin ich überzeugt, dass genau dieses unverzügliche Überschütten mit Regeln, Anweisungen, Empfehlungen und anderen gut gemeinten Rat-„Schlägen“ den Grundstein dafür gelegt hat, dass wir uns heute von Geldthemen oft überwältigt fühlen und eine eher lieblose Beziehung zu unserem Geld entwickelt haben.

Geld ist eine ernsthafte Angelegenheit, hat man uns versichert. Sprich nicht darüber, verspiele es nicht, verschwende es nicht, spare es, überlege Dir gut, wie Du es anlegst, investierst, verwendest, damit es Dir nicht ausgeht!!! … Denn ja, so etwas kann Dir passieren und wenn Du nicht aufpasst, ist alles weg und Du endest, wie dieser alte Mann an der Ecke vor dem Kino, du weißt schon, der Bärtige mit dem zerrissenen Mantel und dem Pappbecher…

Alles auf einmal. Wumms. Gut gemeint und aus reiner Liebe und Fürsorge ausgesprochen, entsteht aus all diesen Worten ein Bild vor unserem inneren Kinderauge und unterschwellig beschleicht uns das Gefühl, dass dieses kleine glänzende Ding in unserer Hand, über das wir uns einerseits so freuen, andererseits auch eine dunkle Seite hat … vielleicht sogar irgendwie Macht über uns?

… und ZACK, weg ist er, der Spaß und der „Ernst des Lebens“ klebt für immer an unserer Beziehung zum lieben Geld.

Getoppt wird das dann noch einmal, wenn wir beginnen, eigenes Geld zu verdienen und unseren eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten. Zu den Taschengeld-Erfahrungen gesellt sich nun auch noch ein Vorgeschmack davon, was nötig ist, um ein paar dieser begehrten glänzenden Euros nach Hause zu schaffen. Nicht davon anzufangen, wie schnell sie uns wieder verlassen, oft noch bevor wir gefühlt „so richtig etwas davon hatten“.

Mal ehrlich, das sind schon ziemlich ungünstige Voraussetzungen für eine so tiefe Freundschaft, wie wir sie brauchen, um zu vertrauen, Spaß zu haben, wir selbst zu sein, unsere Zeit miteinander zu verbringen und um einfach mehr zu wollen.

Und dann sind da ja noch all die anderen gesellschaftlichen „Wahrheiten“, die uns erklären, dass Geld „kein guter Umgang“ für uns ist.

  • Geld verdirbt den Charakter.
  • Geld stinkt.
  • Geld ist die Wurzel allen Übels.
  • Lieber arm und glücklich als reich und krank.
  • Glück kann man nicht kaufen.
  • Dem geht’s ja nur ums Geld!
  • … und wie war das noch mit dem Kamel, dem Nadelöhr, den Reichen und dem Himmel…?

Klingt auch nicht gerade nach Lustig. Mal ehrlich, diese Selbstzuschreibungen will doch keiner mit sich in Verbindung bringen, oder?

Kein Wunder also, dass unser Verhältnis zu Geld, na, nennen wir es mal: angespannt ist. Das ist allerdings so gar kein fruchtbarer Boden für eine belastbare und gewinnbringende Freundschaft.

Freundschaft fühlt sich leicht an, entspannt, vergnügt, freudig, verbunden, geliebt und voller Vorfreude auf alles, was kommt. Unbegrenzte Möglichkeiten! Ziemlich genau so, wie es sich damals angefühlt hat, an jenem denkwürdigen Tag, an dem Du Dein erstes Taschengeld in Deiner kleinen Hand hieltst!

Es muss also auch anders gehen! Wie kommen wir also zurück zu diesem Punkt, an dem uns und unserem Geld noch alle Türen offen standen?

Jetzt erwartest Du wahrscheinlich bahnbrechend neue, aufregende Erkenntnisse von mir. Sorry – die habe ich nicht für Dich, aber nichtsdestotrotz habe ich drei Ideen für Dich, die nicht nur bei Beziehungen zwischen Menschen helfen, sondern eben auch unsere Beziehung zu unserem Geld heilen können.

1. Lieben ist ein Verb

Auch, wenn 99% der romantischen Literatur das Gegenteil behauptet, Liebe ist nichts, das auf himmlische Weise über uns ergossen wird oder uns aus heiterem Himmel wie der Blitz trifft.

Liebe ist etwas, das wir tun. Oder eben nicht tun. Das ist eine Entscheidung und wir sind selbst dafür verantwortlich, sie zu treffen. Niemand anderes kann das für uns erledigen und es bringt auch nichts, darauf zu warten, dass der Andere – in diesem Fall das Geld – den ersten Schritt unternimmt. Du willst Liebe? Dann liebe! Es geht darum, uns auf das zu konzentrieren, was wir lieben, was unser Herz zum Leuchten bringt.

2. Werte schätzen

Du hast in Deinem Leben schon sehr viel für Dein Geld getan. Und Dein Geld hat umgekehrt auch schon eine ganze Menge für Dich getan.

Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und vermute, Du bist nicht der bärtige alte Mann mit dem Pappbecher an der Ecke vor dem Kino? Dann hast Du ein Dach über dem Kopf, vollständig bekleidet und leidest keinen Hunger. Und nachdem Du das hier liest, hast Du auch Internet. Das ist vielleicht nicht viel, aber Nichts ist es auch nicht. Du weißt selbst am besten, wie es um Deine materiellen Umstände bestellt ist. Wann und wie Du Dich verwöhnst, was Du in Deinen Einkaufswagen legst, weil Du es magst.

Auch wenn das vielleicht kein Kaviar, Champagner und Cashmere ist, so wirst Du Dich doch im Rahmen Deiner Möglichkeiten für das entscheiden, was Du möchtest. Du wirst zum Beispiel zu den Erbsen greifen, wenn Du Bohnen nicht leiden kannst und wenn Du von Samt eine Gänsehaut bekommst, trägst Du eben keinen. Lakritze statt Brausestangen. So einfach ist das.

Sicher, vor dem Champagner-Regal und der Cashmere-Auslage kommt uns allen hin und wieder die Wertschätzung für diese kleinen Geschenke abhanden – für mich ein Grund mehr, sie sich ab zu ganz intensiv bewusst zu machen und die Werte zu schätzen, die bereits in unserem Leben sind.

3. Zeit zu Zweit

Wie in jeder guten Beziehung, gehört es dazu, füreinander da zu sein, sich Zeit zu nehmen, etwas zu erleben und das Leben gemeinsam zu genießen. Mit Deinem Geld ist das nicht anders. Damit Ihr Euch nicht aus den Augen verliert und Euch immer wieder daran erinnert, wie schön es mit Euch ist, braucht Ihr Zeit und Abstand zum Alltag. Ein besonderes Erlebnis, ein außergewöhnliches Geschenk, ein Moment, der Eure Augen zum Strahlen und Eure Herzen zum Lachen bringt. Der ganz besondere Zauber. Das ist der Stoff, der die Leichtigkeit und den spielerischen Umgang zurück bringt.

Das müssen keine großen Sprünge sein, ein Cappuccino in der Sonne, ein Kinobesuch, eine Maniküre oder ein gemütlicher Abend mit Pizza, Bier und Sportschau. Egal, was Euer „Ding“ ist – reserviere immer genug Zeit zum Genießen und lass Dich von Deinem Geld dazu einladen! Du wirst sehen, wie Euch das verbindet.

Bei Profit First drückst Du Deine Liebe und Wertschätzung zum Beispiel dadurch aus, dass Du Deinem Geld in Deinem Leben einen festen Platz einräumst, es bewusst wahrnimmst, ihm Bedeutung zumisst und Dir Zeit nimmst, genau darauf zu achten, wie es ihm geht und was mit ihm passiert.

Eure Zeit zu Zweit? Das hast Du Dir sicher schon selbst gedacht, das geschieht bei Profit First mit jeder Gewinnausschüttung – viel Spaß!

Und nun geh, spule zurück zu diesem magischen Tag Deines ersten Taschengelds, finde den Moment, das Glück, die Neugier, das Gefühl unbegrenzter Möglichkeiten und dann … schreibe Eure Geschichte neu! Mit Leichtigkeit, Spiel, Spass, Spannung, Genuss und allem, was Dir gefällt 🙂

Was denkst Du? Ich bin gespannt auf Deine Meinung und Deine Erfahrungen! Und wenn ich Dir dabei helfen kann, lass es mich wissen 🙂

Liebe Grüße und geh gut mit Dir um
Deine Benita

2 Kommentare zu “Der Tag, an dem Geld kompliziert wurde…”

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